WOHIN, WOHIN

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Die Objektkünstlerin HADMUT BITTIGER arbeitete über mehrere Monate mit Flüchtlingen in der Moabiter Notunterkunft. Dabei galt ihr Interesse, welchen Wunsch ein Mensch hegt, der aus seinem Land fliehen muss, lange und beschwerlich unterwegs ist und sich einer ungewissen Zukunft gegenübersieht.   Sie bat sie, einen Wunsch zu zeichnen. Es entstanden Bilder der Sehnsucht nach der verlorenen Heimat; Erlebnisse dort oder auf der Flucht; immer wieder Wunschhäuser, ein neues Zuhause mit Gartenbank, Bienenstock, Fahrrad,  und im Inneren den Blumenstrauß auf dem Tisch. Oder sie schrieben Sätze wie: „Ich möchte nicht davonrennen, ich möchte nicht einsam sein“. Das bemalte Blatt wurde anschließend in japanischer Origami-Technik zu einem Kranich gefaltet. Diese Papierobjekte, mehrere 100 Exemplare, steckte sie auf bis zu 50 Zentimeter hohe, nadelgleiche Federstähle, so dass sie sich bei der kleinsten Bewegung in der Luft wiegen – als flögen die Papierkraniche wie Zugvögel.

Die Bewegung der Kraniche nimmt die SYRISCHE TANZGRUPPE GAFRANA auf und hat unter der Leitung des Choreografen und Tänzers Manar Youssef den Tanz Via Dolorosa entwickelt, der Flucht und Ankommen thematisiert. Die Musik komponierte Mohamed Habach.


Die Installation in der HEILIGGISTKIRCHE, HEIDELBERG

Foto: Udo Lahm
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HEILIGGEISTKIRCHE, HEIDELBERG, 2015

Weitere Bilder der Ausstellung finden Sie unter → Ausstellungen


Entstehung der zeichnungen

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